Sommerurlaub Part II 21.8.
21.8. “der Durchgang”
Es gab in der Hütte Frühstück von 7 bis 8 Uhr, also wählten wir 7:30 als unsere Frühstückszeit (Lotta hat, wie schon am Tag davor, zuvor im Eiswasser gebadet). Die Getränke musste man am Tag zuvor vorbestellen, wir hatten beide Café au lait, das resultierte in zwei großen Pötten Kaffe sowie Milch. Ich glaube, wenn man nur Kaffee bestellt, bekommt man einfach den Milchpott nicht. Sehr gute Wahl also! Das Toulouser Pärchen sitzt wieder mit am Tisch, sehr nett.
Wir wollten an diesem Tag an einer schwierigen Stelle über die Grenze wandern. Keine durchgezogene Linie, wie die normalen Wanderwege auf unserer Karte, keine gestrichelte Linie, wie die schweren Wanderwege auf unserer Karte, sondern ein gepunkteter Weg. Alle anderen Wanderer die wir fragen, haben diesen Weg nicht auf ihrer Karte und raten uns auch eher davon ab. Vor allem sollten wir Wanderstöcke haben (hatten wir aber nicht). Wir wanderten aber trotzdem in diese Richtung, mit einem Alternativplan im Hinterkopf.
Zu Anfang des Weges brachen wir uns von umgefallenen Bäumen Wanderstöcke ab. Gegen Mittag trafen wir auf eine Stelle, wo der Gebirgsbach neben dem Wanderweg kleine Wasserfälle gebildet hatte, die sich hervorragend zum Duschen eigneten. Gesäubert, erfrischt und putzmunter ging es dann weiter.
Am gepunkteten Pfad angekommen, wussten wir erstmal nicht so genau, wo der Weg denn langgehen sollte. Es war ein einziges steiles Geröllfeld. Lotta wartete schliesslich an einem Schatten spendenden Fels auf mich, während ich hochgelaufen bin, um zu sehen ob es einen “Durchgang” gibt (wir wissen leider bis heute nicht so genau, ob es den gibt). Nach ca. einer Stunde un gefühlten 20 Meter zurückgelegtem Weg wurde es mir dann zu blöd und ich bin umgekehrt, es war auch schon vier Uhr am Nachmittag und somit war der Rückzug angesagt. Schade. Kein “Durchgang”.
Auf dem Weg gab es aber interessante Gesteinsformationen zu betrachten:
Die Grenze haben wir dann an anderer Stelle überquert. Dort hatten wir dann ein großes Tal nur für uns – kein anderer Mensch, keine Bauwerke (obwohl laut Karte 1-2 Hütten hätten auftauchen sollen…). Die einzige Zivilisationsspur, die wir fanden, waren gelegentlich aus Steinen gebaute Windschütze mit Resten rostiger Dosen darin, die wir als Überbleibsel der spanischen Guerillieros gedeutet haben. Nach dem Beschluss, dass Kuhfladen im wesentlichen auch nur Erde sind, fanden wir auch einen schönen Platz um das Zelt aufzuschlagen – genau bei Sonnenuntergang. Bei einer nahen Gebirgsquelle gab es noch frisches Wasser und so beendeten wir diesen harten Wandertag bei Nudeln mit Paprika. Leider, so musste ich dann feststellen, hatte ich mir auf dem Geröllfeld auch einen Sonnenbrand an den Beinen zugezogen.
