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	<title>Konrad Voelkel&#039;s Blog - Mathemagically &#187; deutsch</title>
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	<description>mathematics and other sciences, useful software and some philosophy</description>
	<lastBuildDate>Fri, 27 Jan 2012 07:00:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wie evaluiert man sein Tutorat?</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2012/01/evaluieren-von-tutoraten/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 07:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[diy]]></category>
		<category><![CDATA[evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[teaching]]></category>

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		<description><![CDATA[Anleitung zur selbst durchgeführten Evaluation eines Tutorats. Was macht man richtig, was kann man verbessern? Finde es heraus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangenen Semester hat die Fachschaft Mathematik Freiburg eine Evaluation von Tutoraten angeboten. Genau genommen haben wir den Tutoren angeboten, dass sie sich ausgedruckte Fragebögen in ihr Tutorat mitnehmen können, die sie dann ausgefüllt in einem Umschlag wieder zurückgeben. Wir haben das dann anonymisiert in ein Balkendiagramm verwandelt und den Tutoren per Email geschickt. So sollte jede/r in der Lage sein, den Tutoratsteilnehmern eine Feedback-Möglichkeit zu geben.</p>
<p>Da ich nun schon mehrmals darauf angesprochen wurde, möchte ich gerne den entsprechenden Fragebogen online stellen. Man kann so eine Evaluation relativ leicht selbst durchführen. Wenn man als Tutor die Antworten auszählt, so erkennt man noch an der Handschrift, wer was geschrieben hat, also sollte man das den Tutanden überlassen. Bei einer Gruppengröße von 10-20 Leuten geht das aber ganz fix und sollte kein Problem sein. Eine Computer-Auszählung ist eigentlich gar nicht so dringend nötig.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/eval-formular-beispiel.pdf" title="download evaluationsbogen als pdf">Hier gibt es das fertige PDF zum Ausdrucken</a></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/eval-formular-beispiel.tex" title="download evaluationsbogen latex">und hier gibt es den Quelltext als LaTeX-Dokument</a>.</p>
<p>Das ist natürlich nur ein Vorschlag; ich bitte darum, das LaTeX-Dokument nach Gutdünken umzugestalten und so zu verwenden, wie man es für sinnvoll hält.</p>
<p>Wenn es jemanden interessiert, kann ich auch noch ein bisschen Arbeit darein stecken, unsere Erfassungsformulare (in HTML+CGI-Skript) sowie die Auswertungssoftware (Python+R) online zu stellen, aber das CGI-Skript sowie das R-Skript sind nicht von mir, daher dauert das ein bisschen. Man kann prinzipiell auch eine Erfassung am Rechner durchführen, dazu muss man im LaTeX-Dokument nur einen "Absenden"-Button hinzufügen und ein passendes CGI-Skript verwenden.<br />
Eine sehr einfache Online-Lösung kann man sich auch mit Google Documents zusammenklicken (und sicherlich gibt es andere Anbieter mit ähnlichen Lösungen).</p>
<p>Zum Inhaltlichen: Wir hatten damals ein bisschen über den Fragebogen diskutiert und es gab verschiedene Meinungen. Im Großen und Ganzen wurden Freitext-Felder nicht so intensiv genutzt, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Der Rest ist aber eher positiv angekommen. Um ehrliches Feedback zu bekommen, ist die Anonymität der ausfüllenden sehr wichtig. Es hilft auch, wenn die Teilnehmer wissen, dass sie am Ende profitieren, wenn man z.B. eine Evaluation nach 5 Wochen Tutorat durchführt, und noch einige Zeit vor sich hat. Man sollte nicht den Fehler machen, den Studenten zu viele Fragen zu stellen, denn dann bekommt man statt wohlüberlegte Antworten nur "passt schon" zurück (weniger ist mehr).</p>
<p>An manchen Universitäten gibt es bereits spezielle Evaluations-Büros (in Karlsruhe habe ich das gesehen), die sich generalstabsmäßig darum kümmern. Aber auch hierbei geht es oft nicht so sehr um einzelne Übungsgruppen, denn um ganze Massenveranstaltungen. Deshalb kann ich eine Evaluation solcher Kleingruppen-Übungen sehr empfehlen. Es hilft gerade Neulingen, die noch nicht so genau wissen, ob die Studenten wegen ihnen nichts kapieren, oder ob es an etwas anderem liegt <img src='http://blog.konradvoelkel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Diploma thesis (in german)</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2011/08/diploma-thesis-in-german/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 18:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[english]]></category>
		<category><![CDATA[mathematics]]></category>
		<category><![CDATA[homotopy]]></category>
		<category><![CDATA[motivic]]></category>
		<category><![CDATA[motivic-homotopy-theory]]></category>
		<category><![CDATA[my-paper]]></category>

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		<description><![CDATA[Diplomarbeit von Konrad Völkel (auf deutsch).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Now this is a slightly corrected (although still somewhat messy) version of my diploma thesis - in german:<br />
<a href="http://static.konradvoelkel.de/download/da-voelkel-20110809.pdf">Matsumotos Satz und A¹-Homotopietheorie</a>.</p>
<p>You can read something about the content in <a href="http://blog.konradvoelkel.de/2011/06/diploma-thesis-abstract/">this blog post, containing an extended abstract in english</a>.</p>
<p>For the german-speaking mathematicians, here is some abstract:</p>
<p>Matrizengruppen über den reellen oder komplexen Zahlen sind topologische Gruppen und ihre Fundamentalgruppen sind interessante Invarianten. Während die Fundamentalgruppe über stetige Schleifen am Basispunkt und Homotopien definiert ist, können wir uns fragen, welche Gruppe man erhält, wenn man nur polynomiale Schleifen am Basispunkt und polynomiale Homotopien zulässt. Während die Fundamentalgruppe eine Klassifikation der Überlagerungen erlaubt, so erhalten wir durch die “polynomiale Fundamentalgruppe” eine Klassifikation der zentralen Gruppenerweiterungen - ein homologietheoretisches Analogon von Überlagerungen.</p>
<p>Für eine Überlagerung X → X mit Faser F über dem Basispunkt und punktiertem Schleifenraum ΩX gibt es eine Liftungsabbildung L : ΩX → F, die im Fall einer topologischen Gruppe X = G ein Gruppenhomomorphismus ist. Ist X die universelle Überlagerung, so liefert L unter π_0 einen Isomorphismus π_1(X,∗) → F.<br />
Jede Überlagerung topologischer Gruppen ist auch eine zentrale Erweiterung - jedoch nicht umgekehrt. Die zentralen Erweiterungen einer perfekten Gruppe G werden klassifiziert durch den Schur-Multiplikator H_2(G,Z); das ist der Kern der universellen zentralen Erweiterung. Wir betrachten den Fall X = G(k), wobei G(k) die k-rationalen Punkte einer einfach zusammenhängenden Chevalley-Gruppe G mit Wurzelsystem Φ für einen unendlichen Körper k ist. Dann ist der Schur-Multiplikator H_2(G(k),Z) =: K_2(Φ,k), die zweite instabile K-Theorie bezüglich Φ und die universelle zentrale Erweiterung ist die Steinberg-Gruppe St(Φ, k).</p>
<p>Wir definieren eine simpliziale Gruppe SingG(k), deren n-Simplizes genau die Matrizen aus G(k[t1,...,tn]) sind und zeigen, dass ihre simpliziale Fundamentalgruppe genau die instabile K-Theorie ist, indem wir (unter einer gewissen Regularitätsvoraussetzung an K_2(Φ,k)) die simpliziale Überlagerung<br />
K_2(Φ,k) → SingSt(Φ,k) → SingG(k)<br />
und ihren Liftungshomomorphismus L studieren. Wir geben eine explizite Umkehrabbildung zu L an und können somit alle Schleifen in SingG(k) bis auf Homotopie explizit beschreiben.<br />
Die genannte Regularitätsvoraussetzung ist Homotopieinvarianz von K_2(Φ,·) in einer Variablen über einem Körper k, d.h. K_2(Φ,k[t])=K_2(Φ,k).<br />
Für Φ = A_n mit n ≥ 3 ist die Aussage bereits durch Sätze von Quillen und van der Kallen bekannt. Für rk Φ ≥ 3 ist dies eine Vermutung von Wendt.<br />
Wir arbeiten mit der Steinberg-Präsentation der universellen zentralen Erweiterung St(Φ,k) von G(k) und mit der Matsumoto-Präsentation ihres Kerns, der instabilen zweiten K-Theorie von k:<br />
K_2(Φ,k)=KSp(k), falls Φ symplektisch, K_2(Φ,k)=KM(k) (Milnor-K-Theorie) sonst.</p>
<p>Matsumotos Beweis dieser Präsentation wird in dieser Arbeit ausführlich nachgerechnet. Die Ergebnisse über die Fundamentalgruppe von SingG(k) liefern eine Verallgemeinerung eines Satzes von Jardine auf instabile K-Theorie und unendliche Körper, die nicht notwendig algebraisch abgeschlossen sind:<br />
π_1(SingG(k))=K_2(Φ,k).</p>
<p>Unter Verwendung von Resultaten von Morel und Wendt<br />
π_1^A¹(G)(k)=π_1(SingG(k))<br />
erhalten wir schließlich eine Aussage über π_1^A¹, die motivische Fundamentalgruppe im Sinne von Morel und Voevodsky.<br />
Damit ist die ursprüngliche Fragestellung der Arbeit beantwortet:<br />
“Wie sehen die Schleifen in der A¹-Homotopietheorie von G(k) aus?”.</p>
<p>...und weil beim herauskopieren des Abstracts aus der PDF-Datei bestimmt das ein oder andere schief gegangen ist, sollte man lieber gleich das PDF lesen, wenn man denn überhaupt etwas lesen möchte.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahlempfehlung zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2011 am 27. März</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2011/02/wahlempfehlung-zur-landtagswahl-bawue/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2011/02/wahlempfehlung-zur-landtagswahl-bawue/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Feb 2011 22:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[politics]]></category>
		<category><![CDATA[howto]]></category>
		<category><![CDATA[voting]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie muss ich bei der Landtagswahl BW 2011 wählen, um meine Lieblingskoalition an die Macht zu katapultieren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel versuche ich Wahlstrategien zu entwickeln, um bei der kommenden <a href="http://www.landtagswahl-bw.de/" title="Landtagswahl Baden-Württemberg">Landtagswahl</a> die Wahrscheinlichkeiten für höher präferierte Ergebnisse zu erhöhen.<br />
Warum so kompliziert? Weil man durch die Wahl einer Partei eben dieser Partei auch schaden kann - <a href="/2010/01/problematic-elections/">und zwar nicht nur in seltenen Ausnahmen</a>. Und noch dazu: Wenn man schon nicht seiner Lieblingspartei zur Macht verhelfen kann, dann doch wenigstens der zweiten Wahl, oder? Also sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man das erreicht.</p>
<p>Aufgrund der 5%-Hürde gibt es bei der Landtagswahl eine offensichtlich schlechte Wahlstrategie: eine Partei zu wählen, die keine Chance hat, diese Hürde zu überwinden. Die entsprechende Stimme ist "verschenkt" - man kann mit ihr das Kräftegleichgewicht der Parteien im Parlament nicht mehr beeinflussen.</p>
<p>Nun könnte man argumentieren, so eine Stimme sei eben nicht verschenkt, weil ja die Bevölkerung am Wahlergebnis sehen würde, dass es eben doch Rückhalt für die entsprechende Kleinstpartei gibt und bei der nächsten Wahl gebe es dann womöglich die Chance, die 5%-Hürde zu knacken. Und ich denke, diese Argumentation ist auch korrekt. Allerdings handelt es sich dann nicht um eine Wahlstrategie, die die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Verteilungen im Parlament beeinflussen soll - man verfolgt ganz andere Ziele.</p>
<p>Also werde ich nun für den Rest des Artikels festlegen, welche Anforderungen ich an die gesuchte Wahlstrategie stellen will. Der Einfachheit halber tun wir nun so, als könnte man lediglich mit einer Stimme eine Partei wählen (tatsächlich wählt man eine Person). Eine weitere, wichtige vereinfachende Annahme muss vorher allerdings noch getroffen und gerechtfertigt werden:</p>
<blockquote><p>Der Unterschied zwischen den Wahlumfragen und der tatsächlichen Wahl wird sich, in Prozentpunkten, bei CDU und SPD um maximal 8, bei allen anderen Parteien um maximal 2 Prozent unterscheiden.</p></blockquote>
<p>Dass diese Annahme sinnvoll ist, sieht man daran, dass es bei den vergangenen Wahlen stets noch geringere Unterschiede in den Prozentpunkten gab. Verlässliche Daten gibt es z.B. bei der Forschungsgruppe Wahlen über die Wahlabsicht zur Bundestagswahl seit 1991. Dort liegt der Unterschied bei höchstens 7,25 Prozentpunkten bei der SPD, höchstens 5 bei der CDU und bei höchstens 1,5 Prozentpunkten bei allen anderen Parteien  (berechnet habe ich das als Differenz der Wahlergebnisse zum Mittel über 30 Tage davor, aus den <a href="http://www.forschungsgruppe.de/Umfragen_und_Publikationen/Politbarometer/Langzeitentwicklung_-_Themen_im_Ueberblick/Politik_I/#Projektion">tabellarisierten Daten der Forschungsgruppe Wahlen: Politbarometer</a> im Zeitraum 1996-2011, also für 4 Bundestagswahlen). Leider konnte ich keine Daten zu den Wahlumfragen vor Landtagswahlen finden (vielleicht kann ein Leser da weiterhelfen?).</p>
<h3>Anforderungen an eine "gute" Wahlstrategie</h3>
<ol>
<li>Unter allen möglichen Ausgängen der Wahl (d.h. Parlamentszusammensetzungen und Regierungskoalitionen), die nach den aktuellen Wahlumfragen für möglich gehalten werden, soll die Wahlstrategie die Wahrscheinlichkeit des präferierten Ausgangs erhöhen (im Vergleich zum Nichtwählen).</li>
<li>Wenn man zusätzlich annimmt, dass der erstpräferierte Ausgang nicht eintritt, soll die Wahrscheinlichkeit des zweitpräferierten Ausgangs erhöht werden, falls möglich.</li>
<li>[Für Mathematiker: Wenn man zusätzlich annimmt, dass der $n$-te Ausgang auf einer Präferenzliste nicht eintritt, soll die Wahrscheinlichkeit des $n+1$-präferierten Ausgangs erhöht werden, falls möglich.]</li>
</ol>
<p>Dass die zweite Anforderung mit der ersten im Konflikt stehen kann (daher "falls möglich"), ist leicht an einem Beispiel zu sehen: Wenn die Erstpräferenz eine alleinige CDU-Regierung ist, die Zweitpräferenz aber eine große Koalition aus CDU und SPD. Dann ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Zweitwunsches zu erhöhen, ohne dem Erstwunsch zu schaden - denn jede Stimme, die nicht an die CDU fließt, schadet dem Erstwunsch in diesem Fall.</p>
<p>Das klassische Beispiel für das Wählen einer Partei, die man eigentlich nicht in der Regierung sehen will, um eine andere Partei zu bevorzugen ist das Folgende: Ein eingefleischter CDU-Freund wählt die Linkspartei, damit diese ins Parlament einzieht, dann aber nicht in eine Rot-Rot-Grüne Koalition eintreten würde, womit der Weg frei ist für eine Schwarz-Gelbe Koalition. (Dieses Szenario ist jetzt bewusst etwas an den Haaren herbeigezogen).</p>
<h3>Aktuelle Umfragen und Folgerungen daraus</h3>
<p>Wir wollen uns nun einige aktuellen Umfrageergebnisse ansehen und daraus mögliche Ausgänge der Landtagswahl ableiten:</p>
<table style="width:100%">
<tbody>
<tr>
<td>Umfrageinstitut</td>
<td>Datum</td>
<td>CDU</td>
<td>GRÜNE</td>
<td>SPD</td>
<td>FDP</td>
<td>LINKE</td>
</tr>
<tr></tr>
<tr>
<td>Uni Freiburg</td>
<td>26.2.</td>
<td>41</td>
<td>24</td>
<td>23</td>
<td>6</td>
<td>3</td>
</tr>
<tr>
<td>Emnid</td>
<td>20.2.</td>
<td>40</td>
<td>23</td>
<td>20</td>
<td>7</td>
<td>5</td>
</tr>
<tr>
<td>Forschungsgruppe</td>
<td>4.2.</td>
<td>41</td>
<td>25</td>
<td>19</td>
<td>6</td>
<td>4</td>
</tr>
<tr>
<td>Infratest</td>
<td>3.2.</td>
<td>39</td>
<td>24</td>
<td>21</td>
<td>6</td>
<td>5</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<p>Alle Zahlen sind auf ganze Prozentpunkte kaufmännisch gerundet. Fehlende % sind sonstige Parteien, "weiß nicht" und Nichtwähler. Die Daten habe ich <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm">via Wahlrecht.de</a> gefunden.</p>
<p>Daraus habe ich nun das arithmetische Mittel gebildet (die Umfragen hatten alle eine ähnliche Stichprobengröße zwischen 1000 und 1150 Befragten) und komme zu folgenden Möglichkeiten:<br />
<center><br />
<a href="/wp-content/uploads/parteien-bw-2011-moeglichkeiten.png" title="Anklicken zum Vergrößern der Wahlvoraussagen"><img src="/wp-content/uploads/parteien-bw-2011-moeglichkeiten.png" width="600" height="300" /></a><br />
</center></p>
<p>Daran sehen wir nun schon einige interessante Daten:</p>
<ul>
<li>Zwei Parteien ziehen möglicherweise gar nicht ins Parlament ein: FDP und die LINKE.</li>
<li>Eine Schwarz-Gelbe Koalition hat zwischen 32,25% und 56,5%.</li>
<li>Eine Grün-Rote Koalition hat zwischen 34,75% und 54,75%.</li>
</ul>
<p>Es ist wichtig zu bemerken, dass die "verschenkten" Stimmen, die hier gar nicht mit aufgeführt sind, dazu beitragen, wie die Wahl ausgeht. Im Average Case etwa haben die größten fünf Parteien zusammen 95,5% der Stimmen. Darum sind für eine Koalition eben nicht 50% notwendig, um in die Regierung zu kommen, sondern es genügen ca. 45% - eine Zahl, die die CDU sogar in ihrem Best Case Szenario erreichen könnte.</p>
<p>Noch drastischer ändert sich die Lage, wenn z.B. die Linkspartei die 5%-Hürde nicht überwindet. Dann genügen bereits ca. 40% der Stimmen, um in die Regierung einzuziehen - was die CDU z.B. im Average Case Szenario schafft, aber auch Grün-Rot.</p>
<p>In der bisherigen Betrachtung wurde ignoriert, dass, grob gesprochen, der Worst Case für eine Partei natürlich der Best Case für eine andere Partei ist. Darum betrachte ich nun mögliche Szenarien für konkrete Stimmverteilungen und daraus resultierende Koalitionen. Dabei möchte ich Hinweise darauf geben, wie man durch eine Wahlstrategie die Wahrscheinlichkeit des Szenarios beeinflussen könnte.</p>
<h3>Szenarien für den Wahlausgang</h3>
<h4>Die LINKE schafft die 5%-Hürde nicht</h4>
<p><a href="/wp-content/uploads/bw-2011-szenario-1.png" title="Anklicken, um Szenario 1 groß darzustellen"><img src="/wp-content/uploads/bw-2011-szenario-1-300x220.png" width="300px" height="220px" /></a></p>
<p>Mit den aktuellen Umfragewerten sieht es so aus, als hätte Schwarz-Gelb mit 46,5% einen kleinen Vorsprung gegenüber Grün-Rot mit 44,75%. Die Option auf Grün-Rot-Rot besteht nicht in diesem Szenario. Möchte man hier Schwarz-Gelb helfen, so wählt man die Partei seiner Präferenz, CDU oder FDP. Möchte man hingegen Grün-Rot helfen, so hat man hier die Wahl zwischen Grünen und SPD - soweit nichts aufregendes. Je nachdem, wie knapp es für die LINKE in den Umfrageergebnissen aussieht, müssen vor allem Wähler, deren Erstpräferenz eine Rot-Rot-Grüne Koalition ist, entscheiden ob sie das Risiko eingehen, ihre Stimme zu verschenken (indem sie die LINKE wählen) um dieses Szenario abzuwenden, oder ob sie ihre Zweitpräferenz (mutmaßlich Rot-Grün) wahrscheinlicher machen.</p>
<h4>Die FDP schafft die 5%-Hürde nicht</h4>
<p><a href="/wp-content/uploads/bw-2011-szenario-2.png" title="Anklicken, um Szenario 2 groß darzustellen"><img src="/wp-content/uploads/bw-2011-szenario-2-300x220.png" width="300px" height="220px" /></a></p>
<p>Wenn die FDP die 5%-Hürde nicht nimmt, hat die CDU im besten Fall noch 48,25%, um alleine zu regieren, vermutlich aber so wenig, dass es zu einer Grün-Roten Regierung kommt. Das ist also gewissermaßen der schlimmst-mögliche Fall für Anhänger von Schwarz-Gelb, aber auch für Anhänger der CDU allein. Diese sollten also FDP wählen, wenn es mit der 5%-Hürde knapp ist. Möchte man dieses Szenario eher befördern, so kann man sich seine Lieblingspartei aus Rot-Rot-Grün heraussuchen, wobei die LINKE wiederum das Risiko einer verschenkten Stimme birgt.</p>
<h4>Die SPD und die GRÜNEN bekommen so wenig Stimmen, dass es nicht für Grün-Rot reicht</h4>
<p><a href="/wp-content/uploads/bw-2011-szenario-3.png" title="Anklicken, um Szenario 3 groß darzustellen"><img src="/wp-content/uploads/bw-2011-szenario-3-300x220.png" width="300px" height="220px" /></a></p>
<p>In diesem Szenario wird entweder eine Schwarz-Gelbe Koalition das Steuer übernehmen oder aber es reicht zusammen mit der LINKEN doch für eine Grün-Rot-Rote Regierungskoalition. Hier ist es also für Anhänger von Grün-Rot von großem Vorteil die LINKE zu wählen. Für Anhänger von Schwarz-Gelb gibt es keine Möglichkeiten, dieses Szenario irgendwie zu beeinflussen, außer die Wunschpartei zu wählen - es sei denn, die FDP schafft die 5%-Hürde nicht, dann könnte Grün-Rot-Rot plötzlich deutlich vor der CDU liegen.</p>
<h3>Abschließende Bemerkungen</h3>
<p>Man könnte nun noch mehr Szenarien, mit konkreten Zahlen, betrachten und diese mit Wahrscheinlichkeiten versehen und so eine Wahlstrategie entwickeln. Ich denke, das ist momentan noch nicht nötig, wird aber ca. eine Woche vor der Wahl notwendig sein. Dann wird nämlich klar, wie wahrscheinlich ein Einzug von LINKE und FDP in den Landtag wirklich ist - und ob die entsprechenden Stimmen verschenkt sein werden, oder ob man mit seiner Stimme gerade noch der Partei als Mehrheitsbeschaffer einer Koalition in den Landtag helfen möchte.</p>
<p>Meine eigene Wahlpräferenz und resultierende Strategie ist auch schnell erklärt:</p>
<p>Am liebsten hätte ich eine Grüne Regierung - ohne die SPD wird daraus aber keine Mehrheit, darum ist Platz 1 meiner Präferenzliste eine Grün-Rote Regierung. Wenn es für diese Regierung knapp wird, habe ich nichts dagegen, die Linkspartei als Masse dazu zu nehmen, also landet auf Platz 2 eine Grün-Rot-Rote Regierung. Die eher unwahrscheinliche Schwarz-Grüne Regierung würde mich nicht besonders glücklich machen, aber auch nicht besonders unglücklich, sie landet auf Platz 3. Dann kommt eine noch unwahrscheinlichere Schwarz-Rote "große" Koalition auf Platz 4, schließlich eine Schwarz-Gelbe Koalition und auf dem letzten Platz die CDU allein.</p>
<p>Ich halte es momentan noch für relativ wahrscheinlich, dass die Linkspartei die 5%-Hürde nicht schafft. Die FDP wird aber m.E. noch locker darüber bleiben, und somit denke ich an das erste Szenario, welches ich oben vorgestellt habe. Darum werde ich die Grünen wählen.</p>
<p>Klar, das hätte ich jetzt auch völlig ohne Strategie machen können. Die ganze Überlegung ist ein bisschen überflüssig, könnte man meinen. Für FDP-Wähler und LINKE-Wähler ist das aber ganz anders. An dieser Stelle sei für wenig Überzeugte auch noch mal auf <a href="/2010/01/problematic-elections/">eine etwas mathematischere Analyse von Wahlen</a> hingewiesen, die ich im letzten Jahr geschrieben habe.</p>
<p>Zum Schluss meine persönliche Wahlprognose - "es wird knapp":</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/bw-2011-prognose.png" title="Anklicken, um Wahlprognose groß darzustellen"><img src="/wp-content/uploads/bw-2011-prognose.png" width="600px" height="492px" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Happy Christmas</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2010/12/happy-christmas/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2010/12/happy-christmas/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 16:16:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[english]]></category>
		<category><![CDATA[photos]]></category>
		<category><![CDATA[fun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.konradvoelkel.de/?p=1541</guid>
		<description><![CDATA[I wish you all a very happy Christmas time!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>I wish you all a very happy Christmas time and some delicious cookies like these:<br />
<a href="http://blog.konradvoelkel.de/wp-content/uploads/e2pii500x500.jpg"><img src="http://blog.konradvoelkel.de/wp-content/uploads/e2pii500x500.jpg" alt="$e^{2\pi i}=1$" title="$e^{2\pi i}=1$" width="500" height="500" class="aligncenter size-full wp-image-1542" /></a><br />
Frohe Weihnachten!</p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Some old talk notes</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2010/11/some-old-talk-notes/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2010/11/some-old-talk-notes/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 04:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[mathematics]]></category>
		<category><![CDATA[my-talk]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.konradvoelkel.de/?p=1457</guid>
		<description><![CDATA[Expository talks Konrad Voelkel gave at the University of Freiburg in student's seminars.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>I just re-discovered some notes (in german) for expository talks I gave at the University of Freiburg in student's seminars.</p>
<p>Here they are:</p>
<ul>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_direktes-bild-und-inverses-bild-von-d-moduln.pdf">Direktes Bild und Inverses Bild von D-Moduln</a></li>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_hilbert_polynom.pdf">Das Hilbertpolynom für Moduln über der Weylalgebra</a></li>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_klassifikation_torsoren_cech.pdf">Erste Cech-Kohomologie und G-Hauptfaserbündel</a></li>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_ausarbeitung_postnikov_k-invarianten_obstructions.pdf">Postnikov-Türme, k-Invarianten und Hindernistheorie</a></li>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_derivierte_kategorien_part1.pdf">Derivierte Kategorien (part I)</a></li>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_derivierte_kategorien_part2.pdf">Derivierte Kategorien (part II)</a></li>
<li><a href="/wp-content/uploads/vortrag_zellulare_approximation.pdf">Zelluläre Approximation von Abbildungen</a></li>
</ul>
<p>For the sake of completeness, here are links to blog posts discussing other old (german) expository talks:</p>
<ul>
<li><a href="/2010/06/talk-notes-on-bott-periodicity-in-german/">Bott-Periodizität in der komplexen K-Theorie</a></li>
<li><a href="/2010/08/informationstheorie/">Relative Entropie und der Satz von Bayes</a></li>
</ul>
<p>And soon you might see some notes on the Weil conjectures on elliptic curves (I'm still preparing this..)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.konradvoelkel.de/2010/11/some-old-talk-notes/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Informationstheorie</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2010/08/informationstheorie/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2010/08/informationstheorie/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 12:23:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[computers]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[mathematics]]></category>
		<category><![CDATA[Mathematics for non-mathematicians]]></category>
		<category><![CDATA[information-theory]]></category>
		<category><![CDATA[my-talk]]></category>

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		<description><![CDATA[Vortrag aus einem Seminar über die Rolle der Informationstheorie in den Naturwissenschaften zu den Themen Entropie, bedingte Entropie, Bayes, Kanalkapazität]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin hier gerade in Rot an der Rot in einem Seminar über <em>die Rolle der Informationstheorie in den Naturwissenschaften</em>. Mein Vortrag hat heute statt gefunden, es war der vierte von zwanzig und behandelte <em>bedingte Entropie</em>, zusammen mit den notwendigen Voraussetzungen aus der diskreten Wahrscheinlichkeitstheorie, der Begrifflichkeit der Entropie (Information) an sich und zahlreiche Anwendungen.</p>
<p>Vorgetragen habe ich mit Folien (am Beamer), es dauerte etwa 90 Minuten und ging am Ende ein bisschen zu schnell. Ich habe auch noch ca. 90 Backup-Folien mit deutlich mehr Informationen vorbereitet, bevor ich den konkreten Vortrag daraus destilliert habe. Die Folien sind mit der Latex-Beamer-class erstellt.</p>
<p>Die <a href="/wp-content/uploads/bayes-short.pdf">Folien zum Vortrag (ca. 35, zum Vortragen optimiert) gibt es hier</a>, und<br />
<a href="/wp-content/uploads/bayes-backup.pdf">die deutlich umfangreichere Version (ca. 90, mit Text vollgestopft) gibt es hier</a>.</p>
<p>Beides gibt es natürlich ohne Gewähr, allerdings habe ich (meines Wissens nach) alle (2) Fehler korrigiert, die das Publikum gefunden hat.</p>
<p>Quellen waren die Paper von Shannon und Weaver, das Buch von Brillouin (Science and Information Theory) und meine alten Notizen zur Stochastik aus dem Vordiplom (zusammen mit dem einführenden Buch von Hans-Otto Georgii, das ich immer noch gern zum Nachschlagen verwende). Einzelne Grafiken stammen von Wikipedia, andere habe ich gezeichnet (und auch als public domain in Wikipedia eingebracht). Meine Zeichnungen habe ich mit Inkscape erstellt.</p>
<p>Viel Spaß damit!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.konradvoelkel.de/2010/08/informationstheorie/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Talk notes on Bott periodicity (in german)</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2010/06/talk-notes-on-bott-periodicity-in-german/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2010/06/talk-notes-on-bott-periodicity-in-german/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 10:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[mathematics]]></category>
		<category><![CDATA[my-talk]]></category>

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		<description><![CDATA[Notes from a talk I gave in a student's seminar in Freiburg: Komplexe K-Theorie: Bott-Periodizität]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Since I wrote this, I thought someone might find it useful, so I share it with you:</p>
<p>Notes from a talk I gave in a student's seminar in Freiburg:<br />
<a href='http://blog.konradvoelkel.de/wp-content/uploads/k-theorie-vortrag-3.3-bott-periodizitaet.pdf'>Komplexe K-Theorie: Bott-Periodizitaet</a> (complex K-Theory: Bott periodicity)</p>
<p>It's almost the same proof as in Aityah's nice book, but maybe a little bit more lengthy (and in german).</p>
<p>... right now I'm sitting in the library at the <a href="http://www.ictp.it/">ICTP</a> in Miramare/Trieste, Italy. It's a beautiful place, and I think I'll write something about the summer school on Hodge Theory here, soon!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Petition gegen Nacktscanner</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2010/01/petition-gegen-koerperscanner/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2010/01/petition-gegen-koerperscanner/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 18:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[life]]></category>
		<category><![CDATA[politics]]></category>
		<category><![CDATA[petition]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt mal wieder eine e-Petition beim deutschen Bundestag, deren Zeichnung ich empfehlen möchte, gegen Nacktscanner.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt mal wieder eine e-Petition beim deutschen Bundestag, deren Zeichnung ich empfehlen möchte:</p>
<p><a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=9109">https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=9109</a><br />
(Gegen den Einsatz von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperscanner">Nacktscannern</a>).</p>
<p>Und nicht wundern wenn man beim Klick auf den Link nicht sofort zu der Petition gelangt, ich musste mich auch erst in dem System einloggen (irgendwann natürlich auch mal registrieren), damit der Link funktionierte.</p>
<p>Warum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperscanner">Nacktscanner</a> abzulehnen sind?<br />
<span id="more-788"></span><br />
Die Nachteile sind relativ klar:</p>
<ul>
<li>Eingriff in die Privatsphäre bzw. Menschenwürde</li>
<li>Strahlenbelastung</li>
<li>Verlangsamung der Personenabfertigung in Kontrollsystemen (wie Flughäfen)</li>
<li>Anschaffungskosten und Personalschulungskosten</li>
</ul>
<p>Die Vorteile sind auch leicht aufzuzählen:</p>
<ul>
<li></li>
</ul>
<p>Ja, genau. Es gibt keine Vorteile. Den sogenannten "<a href="http://www.latimes.com/news/nation-and-world/la-na-detroit-airline26-2009dec26,0,7673563,full.story">Unterhosenbomber</a>" von Chicago hätte solch ein Nacktscanner jedenfalls nicht enttarnt. Natürlich erst recht nicht, wenn der Genitalbereich verpixelt ist (wie das in Deutschland dann ja der Fall sein soll, angeblich, zu unserem Schutz). Und Drogenschmuggler setzen sein vielen Jahren sogenannte Bodypacks ein, d.h. zugeknotete Kondome, die geschluckt werden. So etwas findet auch ein Nacktscanner nicht. Sprengstoff ließe sich so aber transportieren.</p>
<p>Fazit: Eine völlig sinnlose Maßnahme, die nur scheinbare Sicherheit bringt, zum Preis von echter Privatsphäre. Das kann man doch nicht wollen, oder? (Doch, wenn man Politiker ist, wiedergewählt werden will und seine Wähler für dumm verkauft.)</p>
<p>Übrigens: Hat jemand, der dies liest evtl. FDP - "die Bürgerrechtspartei" - gewählt, damit so etwas nicht passiert? Tja, nächstes Mal dann wohl doch besser eine Partei wählen, die sich wirklich für Bürgerrechte interessiert!</p>
<p><a href="http://xkcd.com/538/"><img src="http://imgs.xkcd.com/comics/security.png" /></a></p>
<p><small>(comic licensed from <a href="http://xkcd.com">Randall Munroe</a> under a <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.5/">Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 License</a>)</small></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Statt Facebook (zum zweiten Mal)</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2009/11/statt-facebook-zum-zweiten-mal/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2009/11/statt-facebook-zum-zweiten-mal/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 14:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[life]]></category>
		<category><![CDATA[web]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[links]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzer, praktischer, technischer als der erste Artikel zum Thema "Weg von Facebook und Wikipedia"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal deutlich kürzer als <a href="http://blog.konradvoelkel.de/2009/11/das-problem-mit-facebook-wikipedia/">der erste Artikel</a>, dafür vielleicht etwas praktischer und etwas technischer (und auf englisch).</p>
<ul>
<li>Ein wunderbarer (kurzer) Artikel, <strong>warum auch Du eine Webseite haben solltest</strong>: <a href="http://www.w3.org/2008/Talks/1022-Steven_Pemberton/">http://www.w3.org/2008/Talks/1022-Steven_Pemberton/</a></li>
<li><a href="http://www.dataportability.org/">Data Portability, eine Initiative, seine Daten mitzunehmen</a> und nicht bei Seiten wie Facebook einsperren zu lassen.</li>
<li>Jemand berichtet, <a href="http://scobleizer.com/2008/01/03/ive-been-kicked-off-of-facebook/">wie er von Facebook ausgesperrt wurde, nur weil er versucht hat, die Email-Adressen seiner Freunde abzuspeichern!</a></li>
<li>Noch jemand berichtet, <a href="http://www.concurringopinions.com/archives/2008/03/facebook_banish.html">wie er von Facebook ausgesperrt wurde, weil er Daten (Wall-Posts o.ä.) von einem anderen Nutzer auf einer anderen Webseite veröffentlicht hat.</a></li>
<li>Jemand berichtet, <a href="http://www.zephoria.org/thoughts/archives/2008/02/08/a_google_horror.html">wie ihm sämtliche Google Accounts gelöscht wurden, weil er auf Phishing heringefallen ist</a></li>
<li><strong>Warum Phishing funktioniert</strong> [PDF]</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Problem mit Facebook &amp; Wikipedia</title>
		<link>http://blog.konradvoelkel.de/2009/11/das-problem-mit-facebook-wikipedia/</link>
		<comments>http://blog.konradvoelkel.de/2009/11/das-problem-mit-facebook-wikipedia/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 12:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konrad Voelkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[life]]></category>
		<category><![CDATA[web]]></category>
		<category><![CDATA[cryptography]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[spam]]></category>
		<category><![CDATA[wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ich an Facebook &#038; Wikipedia problematisch finde und wie man es in Zukunft besser machen könnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ich an Facebook &#038; Wikipedia problematisch finde und wie man es in Zukunft besser machen könnte.<br />
<span id="more-517"></span></p>
<h3>Facebook</h3>
<p>Das Hauptproblem, dass ich mit Facebook habe, ist <strong>das geschlossene System</strong>. Facebook ermöglicht seinen Benutzern vielfältige Datentypen in Facebook einzuschleusen: Texte, Bilder, Links, Videos, ja sogar ganze RSS-Feeds kann man sehr leicht einbetten. Gern genommen werden auch Kontaktlisten aus Webmail-Clients.<br />
Und umgekehrt? Es gibt keine Möglichkeit, Facebook-Kontakte wieder in einen Webmail-Client zu exportieren (wenn man z.B. seinen Account schließen möchte, die Daten aber behalten). Synchronisation mit einer anderen Kontaktverwaltung ist noch weiter entfernt. Es gibt einige Workarounds für dieses Problem, allerdings wurden z.B. Facebook-Applikationen mit diesem Ziel stets entfernt, da damit ja die Datenschutz-Rechte Anderer in Gefahr gerieten. Darum ist es zur Zeit technisch unmöglich, Email-Adressen automatisiert aus Facebook auszulesen. Sicher ein Grund, warum der ein oder andere seinen Facebook-Account nicht so schnell aufgeben wird, selbst wenn er/sie die Plattform nicht mehr nutzen möchte.<br />
Analog zur Möglichkeit, ganze RSS-Feeds in Facebook einzuschleusen, würde man erwarten, dass sich auch der "Newsfeed" oder der "Livefeed" (bzw. angepasste Varianten davon) exportieren lassen, um sie z.B. bequem in einem Feedreader lesen zu können. Doch das ist nicht möglich. Auch hier gibt Facebook vor, die Privatsphäre der Nutzer schützen zu wollen, da ja sonst ungefragt die persönlichen Daten, nur für Freunde bestimmt, in einem öffentlich zugänglichen Feed landen würden.</p>
<h4>Was ist dran an den Argumenten von Facebook?</h4>
<ul>
<li>Privatsphäre: Facebook verbietet mir, mit den Daten meiner Freunde zu machen, was ich will. Das klingt zwar erstmal sinnvoll - aber wieso hat mich jemand denn überhaupt als "Freund" hinzugefügt, und mir damit erweiterten Zugriff auf private Informationen gegeben? Doch wohl, weil diese Person mir vertraut, dass ich damit keinen Unfug anstelle - ebenso wie man in der direkten Kommunikation ja auch erwartet, dass gewisse Dinge vertraulicher behandelt werden, und eben schon gar nicht in die Öffentlichkeit getragen werden.<br />
Nun ist die Lage bei Facebook sogar noch ein bisschen anders: Ich kann jetzt schon die Informationen eines "Freunds" in die Öffentlichkeit tragen - es ist nur technisch lästig umzusetzen, schwer zu automatisieren und damit nur zu machen, wenn man bereit ist, einen gewissen Aufwand in Kauf zu nehmen. Wer also tatsächlich vor hat, die Privatsphäre einer Person zu kompromittieren, die zuvor ihr ausdrückliches Vertrauen geäußert hat (durch das Hinzufügen als "Freund"), der kann dies heute schon tun. Dies ist ein soziales, kein technisches Problem. Leider versuchen viele, soziale Probleme technisch zu lösen.<br />
Technisch wäre es übrigens kein Problem, einen passwortgeschützten Feed zu exportieren. Dann wären die Daten nicht automatisch öffentlich, sondern nach wie vor nur von dem einen Facebook-Nutzer lesbar, der den Daten-Export wünscht.</li>
<li>Werbung: Facebook verdient Geld mit Anzeigen. Wenn ich meine Facebook-Daten auch an einem anderen Ort lesen könnte, könnte ich die Werbung ausblenden. Facebook kann es sich also nicht leisten, einen Dienst zur Verfügung zu stellen, ohne dafür Geld zu verlangen, in Form von Werbung. Einerseits ist dies ein vernünftiges Argument, warum Facebook auf keinen Fall den Newsfeed exportierbar machen möchte. Andererseits ist es auch heute schon ein leichtes, mit einem Ad-block-Plugin für den Browser die Werbung ungesehen zu machen. Technisch wäre es außerdem auch kein Problem, Werbung in Feeds zu integrieren. Man kann sich aber natürlich leicht vorstellen, dass andere Social Networks gerne eine Integrationsmöglichkeit für Facebook zur Verfügung stellen würden. So könnte man in mehreren Social Networks gleichzeitig aktiv sein, wobei die Oberfläche nicht von Facebook zur Verfügung gestellt wird (und damit Facebook keine Werbeeinnahmen bekommt).</li>
</ul>
<h4>Workarounds:</h4>
<ul>
<li>SyncMyPix ist eine Android-Anwendung, die erlaubt, die Bilder der Facebook-Kontakte mit den Bildern in Google Contacts zu synchronisieren</li>
<li>Es gibt außerdem die Möglichkeit, Telefonnummern (nach Google Contacts z.B.) zu exportieren</li>
<li>... und einige weitere, für andere Plattformen. Allerdings werden regelmäßig wieder solche Anwendungen von Facebook entfernt und ausgeschlossen, daher sollte man bei Bedarf nach der "aktuellen Lösung" suchen.</li>
<li>Email-Adressen lassen sich händisch abtippen. Synchronisieren ist allerdings etwas zeitaufwändig <img src='http://blog.konradvoelkel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </li>
<li><strong>Facebook nicht benutzen</strong>. Dieser "Workaround" ist aber etwa so, wie einem Asthmatiker zu sagen, er solle eben nicht mit seinen Freunden in die Kneipe gehen, wenn es ihm dort zu verraucht sei. (Zum Glück kann der Asthmatiker inzwischen etwas aufatmen).</li>
</ul>
<h4>Weiteres Problem mit Facebook</h4>
<p>Dazu kommt nun noch <strong>das echte Problem der Privatsphäre</strong>: Facebook hat Zugriff auf sehr viele Datensätze, die zudem noch im sozialen Kontext eingebettet sind. Anonymisiert lassen sich diese Daten sehr gut an Marktforscher verkaufen. Leider ist die Struktur dieser Art von Daten so beschaffen, dass sie sich nur schwer bis gar nicht wirksam anonymisieren lassen, wie sich in der Vergangenheit häufig gezeigt hat. Sieh hierzu einen <a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Anonym-war-gestern-276383.html">Artikel aus der Technology Review, vom 11.05.09</a>.</p>
<p>
Es mag nun etwas seltsam erscheinen, aber es passt sehr gut, nun über die Probleme bei Wikipedia zu sprechen. Diese sind nicht so sehr mit Privatsphäre verbunden, aber es gibt einen gemeinsamen Nenner (dazu später).<br />
</p>
<h3>Wikipedia</h3>
<p>Bei Wikipedia mache ich drei Phasen aus, die für meine Diskussion hier relevant sind. Die erste Phase von Wikipedia war geprägt von großer Skepsis der etablierten Medien, der Öffentlichkeit und großer Teile der Wissenschaft. Diese Skepsis wurde schließlich überwältigt vom Erfolg der Wikipedia und wich einer eingehenden Diskussion, wie man z.B. korrekt aus der Wikipedia zitiert, was man kopieren darf und was nicht; die Wikipedia selbst entwickelte sich und gab sich selbst Qualitätsstandards. <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Nature-Wikipedia-nahe-an-Encyclopaedia-Britannica-158194.html">Eine Studie zeigte, dass die Wikipedia mit der Encyclopedia Britannica mithalten konnte</a>, wenn nicht sogar "besser" war (wobei das immer darauf ankommt, welche Maßstäbe man anlegt). In dieser zweiten Phase bestand zwar noch das "Copy&#038;Paste-Problem", dies ist in meinen Augen aber ein von Wikipedia unabhängiges, soziales Problem, welches aus dem Veröffentlichungsdruck der Universitäten, gepaart mit einer schlechten Vorbereitung auf diesen resultiert. Technisch ist es heutzutage sicher leichter geworden, Urheberrechtsbruch zu begehen (und/oder wissenschaftlichen Plagiarismus), ebenso haben wir heute aber auch mehr Werkzeuge, diesen zu enttarnen.<br />
Seit kurzem befindet sich die Wikipedia, zumindest in der medialen Wahrnehmung in Deutschland, in einer dritten Phase: Die Qualitätsstandards führen zu Kontroversen. Besonders hervorzuheben sind die Löschdebatten, etwa um dem Verein MOGIS. Siehe hierzu einen <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Krisen-PR-bei-der-deutschen-Wikipedia-852453.html">Artikel bei Heise Online, vom 6.11.09</a>.<br />
Diese drei Phasen werfen jeweils unterschiedliche Fragen auf. In der ersten Phase lautete die Frage "Kann eine gemeinsame Informationsbasis ohne hierarchische Koordination wachsen, ohne dem Vandalismus anheim zu fallen?", und sie wurde, zumindest für die Nutzer der Wikipedia, mit "Ja" beantwortet. In der zweiten Phase lautete die Frage "Wie lässt sich die Qualität einer kollaborativen Wissensbasis aufrecht erhalten bzw. erhöhen?" - und sie wurde noch nicht eindeutig beantwortet. In der dritten Phase lautet die zentrale Frage "Was ist relevant?", und naturgemäß wird jeder Mensch diese Frage anders beantworten, objektive Antworten sind darauf in meinen Augen unmöglich.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Wikipedia wird auch heute noch am häufigsten vorgebracht: "Da kann ja jeder alles ändern, also weiß ich nie, ob nicht das, was ich gerade lese, betroffen ist". Einerseits sind die Informationen in der Wikipedia statistisch gesehen zwar meist ebenso korrekt oder inkorrekt wie in der Encyclopedia Britannica, andererseits ist die Wikipedia natürlich tatsächlich anfällig für eine <strong>gezielte Manipulation</strong>. Allgemein schützt die Wikipedia sich vor Vandalismus, indem das korrigieren von Vandalismus ebenso leicht geht wie der Vandalismus selbst. Wenn allerdings eine Organisation (oder ihre Marketing-Abteilung) viel Zeit &#038; Geld investiert, ist nicht klar, ob die Wikipedia hier "mithalten" kann, bzw. ob und wann die Manipulationen überhaupt aufgedeckt werden. <a href="http://dilbert.com/strips/comic/2009-05-08/">Die Wikipedia lässt sich somit für fremde Zwecke missbrauchen</a>. Dies wird besonders kritisch, wenn Staaten ihren Bürgern gewisse Informationen vorenthalten wollen.</p>
<p>NB: <a href="http://xkcd.com/214/">Das größte Problem mit der Wikipedia liegt allerdings woanders.</a></p>
<h4>Andere Ansätze einer kollaborativen Wissensbasis</h4>
<ul>
<li>Rezensionen bei <a href="http://www.amazon.de/">Amazon.com</a> oder <a href="http://books.google.com/books">Google Books</a><br />
sind letztlich auch eine Form der kollaborativen Wissensbasis. Jeder, der eine Rezension zu einem Buch oder Film (oder sogar Haushaltsartikel) erstellt, fügt der gemeinsamen Qualitätskontrolle Wissen hinzu. Zwar kann hier, im Gegensatz zur Wikipedia, nicht jeder alles editieren, dafür aber doch jeder eine weitere Rezension schreiben, um im statistischen Mittel ein "stimmiges" Bild zu ergeben (d.h. hier: eine Mehrheitsaussage). Dadurch gibt es ein statistisches Bild, wie viel <strong>Vertrauen</strong> ein Buch bzw. Gegenstand genießt. Dies ist analog zu einer Information auf Wikipedia, die dokumentiert, dass es eine gewisse Masse an Personen gibt, die dieser Information bzw. ihrer Quelle vertraut.</li>
<li><a href="http://stackoverflow.com/">Stack Overflow</a><br />
ist eine Art Frage-Antwort-Forum, zum Thema Programmieren (es gibt dasselbe z.B. <a href="http://mathoverflow.net/">auch für Mathematik</a>). Jeder kann hier Fragen stellen und Fragen beantworten. Zu jeder Frage können mehrere Nutzer ihre Antworten abgeben, die Gemeinschaft aller Nutzer entscheidet durch ein Stimmverfahren, welche Antwort die beste/passendste ist. Auch interessante, gut gestellte Fragen werden durch ein Stimmverfahren gewählt und besonders hervorgehoben. Bemerkenswert ist nun, dass derjenige, der gute Fragen stellt und/oder gute Antworten gibt, dafür <strong>Reputation</strong>spunkte bekommt, die im Profil allen anderen Nutzern angezeigt werden. Es ist also bei einer Antwort stets sofort einzusehen, wie viel Reputation der Antwortende relativ zu den anderen Nutzern des Forums genießt. Da die Fragen und Antworten konserviert bleiben (es gibt sogar spezielle "Wiki"-Fragen), entsteht auch dort eine kollaborative Wissensbasis.</li>
<li>Die Webseite Wikileaks (absichtlich kein Link, bitte selbst googeln) hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Plattform zur anonymen Veröffentlichung "geleakten" Materials zu machen. Das bedeutet, Informationen, die auf inoffiziellen Wegen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Damit ist Wikileaks ein wichtiger Informationszugang für Bürger undemokratischer Staaten - allerdings zeigte es sich auch schon hilfreich in der Internet-sperr-Debatte, als man die dort veröffentlichten Sperrlisten anderer Staaten genauer untersuchte (und feststellen konnte, dass teilweise unberechtigt gesperrt wurde). Der Nachteil an einer solchen anonymen Plattform ist natürlich der Mangel an Vertrauen. Jeder ist in der Lage, dort Verschwörungstheorien zu veröffentlichen, und genau das relativiert die tatsächlich brisanten Informationen leider erheblich. Dagegen gibt es kein anderes Mittel als bisher auch in den klassischen Medien: Ohne Beweis glaubt man keiner Verschwörung. Die Echtheit der Internet-Sperrlisten wurde übrigens von diversen Behörden bestätigt.</li>
</ul>
<h3>Spam</h3>
<p>Ich möchte nun kurz erklären, wieso es Spam gibt und wie Spam heutzutage funktioniert. Der Zusammenhang mit Facebook und Wikipedia wird danach erklärt, bis dahin möge man sich damit begnügen, dass auch Facebook und Wikipedia von Spam betroffen sind.<br />
Spam-Mails machen in der Regel Werbung für gefälschte Medikamente, raubkopierte Software oder Online-Glücksspiel. In jedem Falle wird an die niederen Triebe des Menschen appelliert, ganz vorne der Geiz (denn Viagra bekommt man ja auch in der Apotheke, nur eben teurer als in den Spam-Mails angeboten). Hinter den unerwünschten Massenmails steckt also in der Regel ein Krimineller, der sein Geld damit verdient, Raubkopien zu verkaufen, Medikamente zu fälschen oder ganz einfach einen Onlineshop zu betreiben, der nie liefert (trotz Zahlung). Dieser Kriminelle beauftragt nun einen anderen, entsprechende Werbe-Nachrichten zu versenden. Dafür muss er nur so wenig zahlen, dass die Einnahmen die Kosten übersteigen. Denn auf 10.000 Spam-Mails kommt ein Idiot, der Einnahmen bringt (die Zahl ist frei erfunden, die Größenordnung stimmt aber). Das beruht unter anderem darauf, dass das Versenden einer Email umsonst ist, der Kriminelle bezahlt also nur die Adresssammlung des Spammers. Umsonst? Muss der Spammer keine Gebühren für den Internetanschluss zahlen? Nein. Spam wird meist von Computern versendet, deren Betreiber davon gar nichts wissen. Sie sind Opfer von sogenannten Spambots geworden, Programme die heimlich den Rechner über eine Sicherheitslücke infiltrieren um dann von dort aus Spam zu versenden. Wir begegnen Spam-Mails, indem wir sie zunächst willkommen heißen, wie jede andere Email von einem wildfremden, und erst dann sortieren. Ebenso, wie wir ja auch die Papierpost in unserem Briefkasten erst nach Erhalt sortieren - und gern möchte man riskieren, einen Brief oder eine Email nicht zu erhalten, die jemand an einen persönlich gerichtet hat. Das ist auch gut so - wir vertrauen einer unbekannten Person zunächst.<br />
Problematisch wird es nun, wenn wir anfangen, unsere Post genauer zu inspizieren. Spammer wenden einige Tricks an, um das herausfiltern ihrer Werbung zu erschweren. So wird z.B. systematisch die Absender-Adresse überschrieben, d.h. man kann dem Absender-Feld einer Email nicht vertrauen. Des weiteren lässt sich nur schwer ein Filter erstellen, der die notorisch auffälligen Spam-Versende-Server sperrt. Denn die gibt es nicht - nur abertausende von gekaperten Rechnern, auf denen Spambots laufen.</p>
<p>Was kann man dagegen noch tun?<br />
In meinen Augen ist der lernende Spam-Filter, wie ihn etwa die großen Webmail-Anbieter benutzen, keine befriedigende Lösung. nach wie vor muss der eingehende Spam gesichtet werden, da ab und zu mal eine menschliche Email sich dorthin verirrt. Dabei ist es mittlerweile technisch möglich, sich stärker gegen Spam zur Wehr zu setzen.</p>
<ul>
<li>Verhindere, dass deine Email-Adresse von Spammern gefunden wird. Das ist natürlich keine Lösung, wenn man auf der anderen Seite an die Öffentlichkeit treten möchte (wie ein Forum oder ein Blog, der Kommentare zulässt). Hierfür gibt es Workarounds, wie z.B. eine zwingende Registrierung in Foren, die mit einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CAPTCHA">CAPTCHA</a> gekoppelt ist. Leider gibt es Methoden, diese auszuhebeln (und hier ist nicht der Ort, um sich darüber auszubreiten, so interessant ist es nun auch wieder nicht).</li>
<li>Verhindere, dass jemand deine Email-Adresse als Absender verwendet. Das ist mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Policy_Framework">"Sender Policy Framework" (SPF)</a> möglich, einem Web-Standard, der zur Zeit vor allem von Google unterstützt wird. Hier deklariert jede Domain in ihrem DNS-Eintrag, welche Mailserver berechtigt sind, den Absender zu verwenden. Damit schafft man Vertrauen, denn nun kann man eine "Whitelist" benutzen, sodass bekannte Email-Adressen niemals zu Unrecht als Spam klassifiziert werden.</li>
</ul>
<p>Auf eine weitgehend ignorierte Tatsache im Zusammenhang mit Emails möchte ich nun noch hinweisen: Emails sind nicht wie Briefe, sondern wie Postkarten. Wer über unverschlüsseltes WLAN surft, lässt seine Nachbarn seine Emails mitlesen. Selbst wer über verschlüsseltes WLAN oder Kabel online geht, lässt jeden Administrator auf der Strecke von Absender zu Empfänger mitlesen (und auf den Admin des Empfängers hat man i.d.R. keinen Einfluss). Dies kann man nur mit Verschlüsselung verhindern, z.B. <a href="http://blog.konradvoelkel.de/homepage/contact/">GNU Public Key Verschlüsselung</a>.<br />
Mit einem solchen Schlüssel lassen sich auch Emails "signieren", d.h. der Empfänger kann so sicherstellen, dass der Absender derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Die Autorität des Schlüssels wiederum wird sichergestellt durch mehrere dezentrale Schlüsselserver, auf denen gespeichert ist, wer welchem Schlüssel sein Vertrauen schenkt. Es gibt also ein <strong>Netz des Vertrauens</strong>. Dieses Verfahren funktioniert sehr gut und zuverlässig.</p>
<h3>Ein Lösungsvorschlag für die genannten Probleme</h3>
<h4>Ein "besseres Facebook"</h4>
<p>Wäre es nicht schön, wenn sich jeder sein soziales Netzwerk-Programm selbst aussuchen könnte? Und trotzdem noch mit den anderen kommunizieren? Wenn man dies auf die Spitze treibt, dann könnte man auch für sich allein ein "soziales Netzwerk" betreiben, mit genau einem Nutzer - und freilich zahlreichen Verbindungen in andere soziale Netzwerke. In seinem eigenen, privaten Facebook könnte man seine Privatsphäre mit beliebiger Genauigkeit kontrollieren und seine Daten mit beliebigen anderen Werkzeugen austauschen und synchronisieren. Wer diese Möglichkeiten wissentlich oder unwissentlich missbrauchen sollte, wird sehr schnell keine "Online-Freunde" mehr haben, sobald sich dies herum spricht.</p>
<h4>Ein "besseres Wikipedia"</h4>
<p>Wäre es nicht schön, wenn jeder alles auf Wikipedia veröffentlichen könnte, egal wie relevant oder irrelevant es von jemand anderem eingestuft wird? Niemals müsste man befürchten, dass der mühsam erarbeitete und gut recherchierte Artikel Opfer von übereifrigen Admins wird, es gäbe schlicht und ergreifend keine Admins neben einem selbst. Natürlich ist der Reiz an Wikipedia, dass die Artikel untereinander verlinkt sind - das ist aber kein Problem, auf einer privaten Homepage lassen sich auch Links setzten. Es bleibt das Problem der Objektivität - welche der abertausenden von privaten Wikipedien sollte die sein, der man sein Vertrauen gibt? Es wäre unausweichlich, z.B. zu politischen Themen divergierende Einträge zu haben. Andererseits wird somit eine breitere Meinungsvielfalt offenbar, die bei der klassischen Wikipedia gelegentlich untergeht. Der Schlüssel ist also, dass man selbst Wissen zur Verfügung stellt und daneben definiert, welchen anderen Quellen man sein Vertrauen gibt.<br />
In zahlreichen Wissenschaftszweigen gibt es längst spezialisierte Enzyklopädie-Wikis, die zum Teil auch von bekannten Wissenschaftlern editiert werden. Es wäre sicher spannend, eine integrierte Wissensbasis zur Verfügung zu haben, in der die allgemein gehaltene Wikipedia koexistiert mit hoch spezialisierten Fachenzyklopädien. Was heute fehlt, ist eine sinnvolle Vernetzung zwischen den beiden.</p>
<h4>Weniger Spam</h4>
<p>In einem Netz, dass auf <strong>Vertrauen</strong> beruht, wird Spam ein kleineres Problem: wenn ich eine Email empfange, kann das System meine sozialen Netzwerke untersuchen und herausfinden, ob ich den Absender um einige Ecken kenne. Wenn nicht, ist es voraussichtlich Spam. Wenn der Absender um einige Ecken bekannt ist, und es handelt sich doch um Spam, dann gibt es nun einen Verantwortlichen, den man zur Rechenschaft ziehen kann. Und sei es, dass der oder die Verantwortliche sein Computersystem nicht ausreichend gegen Spambots geschützt hat. In meinen Augen liegt ein großer Teil der Verantwortung hier auch beim unbedarften Nutzer.</p>
<h3>Heute schon umsetzbar?</h3>
<p>Nein, sicher nicht.<br />
Aber erste Schritte sind möglich:</p>
<ul>
<li>Belästige das Facebook-Team mit deinem Wunsch nach einem freien, offenen System. Lass dich und deine Daten nicht länger einsperren!</li>
<li>Füge Wissen nicht nur zur Wikipedia hinzu, betreibe auch eine private Webseite oder ein Blog (das gibt es umsonst) und veröffentliche die Informationen dort!</li>
<li>Baue ein Netz des Vertrauens auf: Verlinke auf deinem Blog andere Blogs, denen zu vertraust. Entferne in Facebook die "Freunde", denen Du nicht vertraust. Lege dir einen PGP-Schlüssel zu und signiere deine Emails.</li>
<li>Schütze dich vor Spam: Informiere dich bei deinem Provider, ob und wie SPF eingesetzt wird oder eingesetzt werden kann. Verhindere, dass jemand Spam mit deiner Absender-Adresse bekommt!</li>
</ul>
<h3>Die Zukunft</h3>
<p>...könnte dann so aussehen: <a href="http://news.heikohaller.de/knet-an-e-science-scenario-of-the-future-inte">A scenario for the future internet [VIDEO INSIDE]</a><br />
wenn genug Menschen einsehen, dass das jetzige System so nicht weiterbestehen sollte. Ändere auch Du etwas, hilf mit beim Erhalt und bei der Errichtung eines wirklich freien Internets!</p>
<p>UPDATE: <a href="http://blog.konradvoelkel.de/2009/11/statt-facebook-zum-zweiten-mal/">Teil 2 des Artikels ist jetzt da.</a></p>
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